Neue Wohnung finden

Makler Startups revolutionieren Mietmarkt


1 Jahr Bestellerprinzip

Hohe Maklercourtagen und anstrengende Massenbesichtigungen – Mieter hatten es bei der Wohnungssuche definitiv nicht leicht! Den schlechten Beigeschmack hatten die Wohnungssuchenden vor allem bei der Tatsache, dass sie einen Makler bezahlen mussten, der nicht von ihnen angeheuert wurde. Um Mieter zu entlasten erlies die Bundesregierung deshalb zum 1. Juni 2015 das Bestellerprinzip. Seitdem muss derjenige den Makler bezahlen, der ihn bestellt hat. In 80 Prozent der Fälle betrifft das den Vermieter.

Die Zeit der Trickser

Natürlich versucht die Immobilienbranche teilweise die neuen Bedingungen zu umgehen. Vermieter versuchen unter anderem über fiktive Abstandszahlungen die Maklerprovision wieder einzutreiben, Knebelverträge fordern Interessenten auf Wunsch des Vermieters dazu auf, selbst als Besteller des Maklers aufzutreten. Als Wohnungssuchender kann man auch schon mal aufgefordert werden Besichtigungsgebühren für die Wohnungsbegehung zu leisten.

Die kreativen Versuche, das Bestellerprinzip zu umgehen, sind aus der Perspektive der Immobilienmakler nicht verwunderlich. Jeder zweite Makler mit dem Schwerpunkt Vermietung fürchtet um seine wirtschaftliche Existenz. 84 Prozent der in der Vermietung tätigen Immobilienmakler sind mit deutlichen Umsatzeinbrüchen konfrontiert. Einige verloren seit der Einführung des Bestellerprinzips bis zu 50 Prozent ihrer Einnahmen.

Die digitale Vermittlung zwischen Mietern und Vermietern

Deutschlands Vermieter befinden sich seit der Einführung des Bestellerprinzips im Spagat zwischen einer zeitsparenden und kostengünstigen Alternative für die Immobilienvermittlung und einer reichweitenstarken Insertion. Denn die Mietinteressenten müssen die Angebote der Vermieter finden und einen Ansprechpartner haben.

Die langjährigen Immobilienexperten Fabian Mellin, Arne Schubert und Dr. Axel von Zimmermann dachten einen Schritt voraus und gründeten im März 2015 die Firma moovin. Das Hamburger Startup bietet Vermietern zum günstigen Festpreis ein Anzeigen-Paket an, das eine Anzeigenpräsenz auf über 30 einschlägigen Immobilienportalen ermöglicht.

Über die Internetportale finden Wohnungssuchende die Inserate von Vermietern und werden an moovin.de weitergeleitet. Besonders clever hierbei ist, dass Mietinteressenten die Möglichkeit haben, sich kostenlos über die Website ein Bewerberprofil anzulegen. Der Vermieter hat die Möglichkeit, sich ein Bild von den Wohnungssuchenden zu machen und beide Parteien können über die Online Terminkoordination eine Besichtigung vereinbaren. Probleme der Wohnungssuche, wie erfolglose Versuche der Kontaktaufnahme, nervige Massenbesichtigungen und aussichtslose Konkurrenzkämpfe mit anderen Interessenten, gehören damit der Vergangenheit an.

Die neue Startup Generation

moovin ist nur Teil einer aufstrebenden Startup Generation, die sich aus der Kombination eines zeitgemäßen digitalen Konzeptes für die Immobilienvermittlung und dem Inkrafttreten des Bestellerprinzips gegründet hat. Die vielfältigen Angebote der dynamischen Konkurrenz reichen von mietpreisabhängigen Paketpreisen bis zur individuellen Leistungsabrechnung, wie der grafische Preis-Leistungs-Vergleich zeigt.

Der Anbieter domiando aus München bietet bedarfsgerechte Leistungen zur Immobilienvermittlung an. Die Pakete für Vermieter variieren je nach Umfang der Leistungen in unterschiedlichen Preiskategorien. Das Portfolio ist schlichter gehalten als das der Konkurrenten und beinhaltet beispielsweise keinen Besichtigung-Service vor Ort.

Auf eine Paketpreis für Vermieter setzt dagegen das Berliner Unternehmen McMakler. Im Paketpreis sind alle Leistungen der Wohnungsvermittlung inkludiert, aber ein detaillierter Blick zeigt, dass der Paketpreis in Abhängigkeit von der Kaltmiete steigt. Die Preisobergrenze liegt erst bei 1498 Euro.

Im Gegensatz hierzu bietet moovin Vermietern und Verkäufern einen bedarfsgerechten Baukasten an. Neben dem reichweitenstarken Anzeigen-Paket können die Kunden sich mit nur wenigen Klicks individuell gewünschte Leistungen zur Immobilienvermittlung zusammenstellen und zahlen immer den gleichen Festpreis. Geschäftsführer Fabian Mellin ist von der Zukunftsfähigkeit der jungen Startup Branche überzeugt, hält jedoch persönliche Beratung und Kundennähe für das Wichtigste. Der Service von moovin ist deshalb bereits in 16 Ballungsgebieten verfügbar und zusätzliche Leistungen, wie eine Exposéerstellung oder ein lokaler Besichtigungsservice, können dem Vermieter optional vor Ort angeboten werden.

Der Wettkampf ist hart

Neben den innovativen Immobilien Startups ergreifen weitere kreative Köpfe die Chance und bieten ihre Lösungen für das Bestellerprinzip an. Die Leistungen reichen vom Mieter-Tender bis zum Ebay für Wohnungen. Das Potenzial des neuen Marktes ist hart umkämpft, was nicht jeder Player verkraftet. Vendomo, ein Rocket Internet Anbieter, kündigte zum Jahresbeginn bereits seinen Rückzug vom Markt an.

Leistungen der Immobilien Startups, moovin 2016
Leistungen der Immobilien Startups, moovin 2016
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