Rechtslage

Tierhaltung in gemietetem Wohnraum


Tierhaltung in Mietwohnungen

Des Menschen bester Freund hat in vielen Fällen vier Pfoten oder zwei Flügel, manchmal auch mehrere Krallen. In einer Mietwohnung kann die Haltung der tierischen Lieblinge allerdings zu einem großen Problem werden und nicht allzu selten in einem Rechtsstreit enden. Das Mietrecht versucht zwar Klarheit zu schaffen, trotz dessen kommt es immer wieder zu großen Krisen in der Mieter-Vermieter-Beziehung. Oft nicht zuletzt weil im Mietvertrag unrechtmäßige Vereinbarungen getroffen wurden…

Kleintiere in der Wohnung

Grundsätzlich gilt: Kleintiere können Sie ohne Erlaubnis des Vermieters in Ihrer Mietswohnung halten. Zu diesen zählen zum Beispiel Zierfische, Hamster und Ziervögel. Auch harmlose Echsen und Schlangen werden den Kleintieren zugeordnet. Sie unterliegen allesamt der Zustimmungsfreiheit und dürfen vom Vermieter nicht verboten werden. Wird trotzdem im Mietvertrag gefordert, die Zustimmung des Vermieters einzuholen, ist die gesamte Klausel ungültig. Als Mieter sollten Sie trotzdem darauf achten, dass die Anzahl der kleinen Tiere im Rahmen bleibt, anderenfalls darf der Vermieter doch ein Wörtchen mitreden.

Hunde & Katzen

In Deutschland leben etwa 11,5 Millionen Katzen und 6,9 Millionen Hunde. Sie sind die beliebtesten Haustiere der Deutschen und treue Begleiter über mehr als ein Jahrzehnt. Geht es um ihre Haltung in Mietshäusern, kommt es schnell zu Auseinandersetzungen. Doch die Mehrzahl der Gerichte, geht von einer zulässigen Haltung der Hunde und Katzen ohne Erlaubnis des Vermieters aus. Konkrete Angaben können allerdings nur je nach Einzelfall gemacht werden. So sind allgemeine Klauseln in Mietverträgen, die Hunde und Katzen verbieten, unwirksam. Laut eines aktuellen BGH-Urteils dürfen diese beiden Tierarten nicht uneingeschränkt verboten werden. Dies gilt für ein kategorisches Verbot. Ansonsten sind Einschränkungen durchaus erlaubt. Bei einem wirksamen Verbot gilt die Tierhaltung als mietvertraglicher Verstoß. Hier darf der Vermieter die Entfernung des Tieres fordern oder das Mietverhältnis aufkündigen.

Unerlässliche Haltungserlaubnis

Tiere, wie Kampfhunde, Papageien, Skorpione oder Gift- und Würgeschlangen, müssen vom Vermieter genehmigt werden. Die Notwendigkeit der Genehmigung ist in dem Lärm, der Geruchsbelästigung, Gefährdung oder den Sicherheitsbedenken zu begründen. Informieren Sie sich bei Ihrem Vermieter am besten bereits vor der Anschaffung dieser Tiere oder bereits bei der Wohnungsbesichtigung!

Zustimmung des Vermieters

Geht es nicht grad um Kleintiere, ist die Zustimmung des Vermieters immer eine gute Absicherung und in einigen Fällen sogar unerlässlich. Der Vermieter darf seine Genehmigung allerdings widerrufen, zum Beispiel aufgrund erheblicher Belästigung, die erst mit Einzug des Tieres ersichtlich wurden. Hierzu gehört allerdings mehr als gelegentliches Hundebellen oder eine leichte Katzenhaarallergie des Nachbarn. Stattdessen muss der Hund schon mal stundenlang Bellen, während das Herrchen außer Haus ist.

Interessant? Dann like und teile diesen Beitrag.
Follow by Email
Facebook
Google+
http://mieter.moovin.org/tierhaltung-in-gemietetem-wohnraum/
Twitter
LinkedIn