Rechtslage

Wann darf ich als Vermieter die Mietwohnung betreten?


Wann darf ich als Vermieter die Mietwohnung betreten?

Als Vermieter möchte man sicher gehen, dass die eigenen Immobilien in guten Händen sind und achtsam behandelt werden. Die Versuchung dem Mietobjekt einen Besuch abzustatten ist groß. Gelegentlich ist dies durchaus genehmigt, trotz dessen bewegen sich Vermieter auf dünnem Eis, wenn es um ihr sogenanntes Besichtigungsrecht geht, denn der Mieter beansprucht mit Inkrafttreten des Mietvertrages das Hausrecht für sich.

Das Besichtigungsrecht

Grundsätzlich darf der Vermieter nur aus besonderen Anlässen die Wohnung betreten. Das Besichtigungsrecht ist also stark eingeschränkt. Ein uneingeschränktes Besichtigungsrecht, welches beispielsweise im Mietvertrag verankert wurde, ist unwirksam. Auch darf sich der Vermieter dieses Besichtigungsrecht nicht eigenmächtig und gewaltsam erzwingen, denn dies kommt einem Hausfriedensbruch gleich.

Betreten der Wohnung nach Ankündigung

Das Besichtigungsrecht des Vermieters gilt für Sie, wenn sachliche Gründe vorliegen. Die Wohnung darf selbst dann erst betreten werden, wenn Ihr Besuch angekündigt und vom Mieter genehmigt wurde. Diese Vorankündigung muss bei berufstätigen Mietern 3-4Tage vor der Besichtigung und bei nicht-berufstätigen Mietern circa 24 Stunden vor der Besichtigung erfolgen. Dabei sollten Sie beachten, dass Wohnungsbesichtigungen durch den Vermieter an Wochentagen nur zwischen 10 – 13 Uhr und 16 – 18 Uhr gestattet sind. An Sonn- und Feiertagen ist ein Betreten der Mietwohnung nur in Ausnahmefällen erlaubt. Darüber hinaus trägt der Vermieter kein Besichtigungsrecht während der Abwesenheit des Mieters. So darf der Mieter Besichtigungstermine aus beruflichen oder privaten Gründen absagen, wenn er zugleich einen Alternativtermin vorschlägt.

Legitime Gründe für eine Wohnungsbesichtigung

Wenn Sie als Vermieter Ihre Besichtigung beim Mieter vorankündigen, müssen Sie auch einen Grund für Ihre Besichtigung angeben. Das Besichtigungsrecht fasst beispielsweise, wenn Sie die Wohnung Kaufinteressenten zeigen oder Modernisierungsmaßnahmen vorbereiten wollen. Des Weiteren dürfen Sie eine Wohnungsbesichtigung anfragen, wenn (drohende) Schäden in der Wohnung vorliegen oder Sie einen begründeten Verdacht auf vertragswidrige Nutzung der Wohnung haben (zum Beispiel Vermietung an Dritte oder unerlaubte Tierhaltung). Ganz natürliche Gründe, für die Sie Ihr Besichtigungsrecht in Anspruch nehmen dürfen, sind das Ablesen von Messvorrichtungen oder das Besichtigen der Wohnung durch Mietinteressenten bei Kündigung des Mietverhältnisses.
Neben diesen konkreten Gründen für eine Wohnungsbesichtigung, gilt es als umstritten, ob Sie als Vermieter zudem alle zwei Jahre das Besichtigungsrecht tragen, um den Zustand der Wohnung untersuchen zu können.

Wohnungsbesichtigung ohne Vorankündigung

Die Ankündigung Ihres Besuches ist eine Notwendigkeit, ebenso wie das Nennen von Gründen für die Besichtigung und eine Aufzählung der Personen, die Sie bei der Besichtigung begleiten. Trotz dessen gibt es auch Ausnahmesituationen, die ein gültiges Besichtigungsrecht ohne Vorankündigung rechtfertigen. So darf der Vermieter in dringenden Notfällen, wie beispielsweise einem Wasserrohrbruch, ohne Anmeldung die Wohnung betreten. Für solche Fälle ist es ratsam, dass der Mieter einen Schlüssel für die Wohnung an einem Ort hinterlegt, der dem Vermieter zugänglich ist, da dieser nicht berechtigt ist, Zweit- oder Universalschlüssel von Mietobjekten zu besitzen. So entgeht man einer Notöffnung bei unaufschiebbarem Besichtigungsrecht.

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